Ethische Regeln im Yoga

Yama und Niyama

Yama und Niyama können uns helfen ein ethisches Leben zu führen. Aristoteles wusste bereits, dass die Basis eines glücklichen Lebens ein ethisches Leben ist.

Yama – Regeln für den Umgang mit der Gemeinschaft

  1. Ahimsa – Nichtverletzen
  2. Satya – Wahrhaftigkeit
  3. Asteya – Nichtstehlen
  4. Brahmacharya – Selbstbeherrschung
  5. Aparigraha – Nichtannehmen von Geschenken

Das wichtigste im Leben und zugleich das oberste Gebot des Yoga ist die erste Regel der Yamas: Ahimsa. Ahimsa bedeutet Nichtverletzen oder auch Gewaltlosigkeit. Bekannt wurde Ahimsa weltweit durch Mahatma Gandhi. Der Ursprung liegt bei Anhängern von Jainismus und Buddhismus. Später wurde Ahimsa in den Hinduismus integriert.

Am einfachsten und für den westlichen Alltag tauglichsten kann Ahimsa übersetzt werden als liebevoller Umgang mit sich selbst und anderen. Dies schließt geistige, verbale und physische Gewaltlosigkeit mit ein. Entscheidend ist dabei das Motiv des Handelnden. Manchmal tut man einem Menschen weh, ohne dies zu wollen. Lehren und lernen kann manchmal schmerzhaft sein.

Ahimsa

Wenn Ahimsa gelebt wird ist im Grunde alles andere mit enthalten. Daher darf Ahimsa als die Wichtigste der ethischen Regeln gesehen werden.

Satya

Satya, die zweite der Regel der Yamas bedeutet Wahrhaftigkeit. Insbesondere geht es darum wahrhaftig zu sein und die Wahrheit zu sprechen. Satya kann auch so verstanden werden dass ich so bin wie ich wirklich fühle, mich also nicht für andere verstelle. Bevor ich lüge kann ich schweigen.

Asteya

Asteya, das dritte Prinzip der Yamas bedeutet Nichtstehlen. Im weiteren Sinne kann Asteya so verstanden werden, dass ich darauf achte mir nichts zu nehmen, was mir nicht gehört, auch dann nicht, wenn es keiner bemerken würde.

Brahmacharya

Brahmacharya, die vierte Regel bedeutet wörtlich mich auf Brahman zubewegen. Damit ist aber auch Enthaltsamkeit oder Selbstbeherrschung gemeint.

Aparigraha

Aparigraha, das fünfte Prinzip beschreibt das Nichtannehmen von Geschenken. Verstanden werden kann dies so, dass ich beispielsweise nicht horte, also nicht mehr Dinge anhäufe als ich brauche. Das bedeutet nicht, dass wir in einer leeren Kammer auf dem Boden schlafen sollen, sondern vielmehr, dass die Dinge dafür da sind um sie zu benutzen. Wenn ich einen Gegenstand nicht mehr brauche darf ich ihn also auch weggeben und darauf vertrauen, dass immer alles vorhanden ist, was ich wirklich brauche.

Aparigraha bedeutet auch, unbestechlich zu sein und sich nicht für mögliche Vorteile für Dinge gebrauchen zu lassen, die ich nicht will, insbesondere auch nicht wenn diese anderen schaden.

Ganzheitlicher Yoga Augsburg | Ethische Regeln im Yoga
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Niyama – Regeln für den Umgang mit mir selbst

  1. Saucha – Reinheit
  2. Santosha – Zufriedenheit
  3. Tapas –Askese
  4. Swadhyaya – Studium
  5. Ishwarapranidana – Hingabe an Gott

Saucha

Saucha, das erste Gebot der Niyamas bedeutet Reinheit. Gemeint ist damit sowohl die äußere als auch die innere Reinheit. Das kann für die innere Reinheit zum Beispiel Gedankenhygiene sein, für die äußere Reinheit können die Kriyas (Reinigungsübungen) durchgeführt werden.

Santosha

Santosha, das zweite Prinzip bedeutet geistige und physische Zufriedenheit. Hier hilft beispielsweise zu fragen, wo eine Unzufriedenheit herkommt, also was die Auslöser sind. Im zweiten Schritt darf dann gefragt werden, was ich ändern kann, um mehr Zufriedenheit zu erlangen.

Tapas

Tapas, das dritte Gebot meint das Feuer der Askese. Diese Regel beschreibt, dass Verzichten zu Willensstärke führt. Wut ist beispielsweise auch Feuerenergie und kann in positive Energie umgewandelt werden.

Swadhyaya

Swadhyaya, das vierte Prinzip der Niyamas steht sowohl für das Studium der heiligen Schriften, wie auch für das Selbststudium. Wer zum Beispiel in der Bhagavad Gita liest, der liest über sich selbst. Yogis sagen auch, wer keine Schriften liest, macht nicht wirklich Yoga.

Ishwarapranidana

Ishwarapranidana bedeutet Hingabe an Gott und ist die fünfte Regel der Niyamas. Hier gilt es zu sehen, dass wir verbunden sind mit dem Göttlichen. Es ist einfach sich vorzustellen, dass wenn Gott mich geschaffen hat, bin ich auch in Gott und Gott ist in mir genauso wie in allen Wesen.

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